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University of Illinois Urbana-Champaign

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REISEIV IIV

BRITISCH mkU

IN DEN JAHREN 1840—1844.

IM AUFTRAG S«- MAJESTÄT DES KÖNIGS VON PREUSSEN

AUSGEFÜHRT VON

RICHARD SCHOMBURGK.

NEBST EDiER FAUNA UND FLORA GUIANA'S NACH VORLAGEN

VON

JOHANNES MÜLLER, EHREKBERG, ERICHSON, laOTZSCH, TROSCHEL, CABANIS UND ANDERN.

MIT ABBILDUNGEN UND EINER KARTE VON BRITTSCH-GUIANA

AUFGENOMMEN VON

SIR ROBERT SCHOMBURGK.

DRITTER THEIL.

LEIPZIG,

VERLAGSBUCHHANDLUNG VON J. J. WEBER.

1848.

VERSUCH

EINER

FAUNA IIND FLORA

VON

BRITISCH- GUIANA.

NACH VORLAGEN

JOHAMES MÜLLER, EHRENBERG, ERICHSON, KLOTZSCH, TROSCHEL, CABANIS WD ANDERN.

SYSTEMATISCH BEARBEITET

RICHARD SCHOMBURGR.

LEIPZIG,

VERLAGSBUCHHANDLUNG VON J. J. WEBER.

1848.

DRITTES

SUBSCRIBENTEN-VERZEICHNISS

AUF

RICHARD SCHOMBURGK'S REISEN IN BRITISCH-GUIANA.

BERLIN.

Durch ^. //. W. Logier Se. Majestät Friedrich Wilhelm iv., König von Preussen . . . Ex. 1

Durch E. H. Schroeder

Herr General - Consul Sturz - 1

Die Buchhandlung von A. Asher u. Comp - 1

BRAUNSCHWEIG. Durch die Schulbuchhandlung Se. Hoheit der regierende Herzog Wilhelm von Braunschweig-

Oels - 1

Durch E. Leibrock Herr Hofrath und Ritter Wilh. V. Ludewig - 1

BRESLAU. Durch F. Hirt ^ Se. Durchlaucht Carl, Prinz Biron von Curland. freier Stan-

desherr auf Polnisch - Wartenberg - 1

fc^ Se. Durchlaucht Felix Maria, Fürst v. Lichnowski auf Schloss

^ Krzizanowitz bei Ratibor - 1

^ BRÜSSEL.

s Durch C. Muquardt

fs Se. Majestät Leopold L, König der Belgier - 1

275964

VI Drittes Subscribenten-Verzeichniss.

COBURG. Die Riemann'sche Buchhandlung Ex. 1

COPENHAGEN.

Durch C. xi. Reitzel Se. Excellenz Herr Graf A. W. von Moltke, Premier -Minister

und Ritter vom Elephantenorden etc. etc - 1

DARMSTADT.

Durch F. P. Diehl Se. Grossherzogliche Hoheit Prinz Carl von Hessen . . . - 1

DRESDEN.

Durch die ArnoldCsche Buchhandlung Herr Oberst-Lieutenant V. Schönberg auf Roth-Schönberg. . - 1

FRANKFURT a. M.

Durch die /. D. Sauer länder' sehe Sortiments-Handlung.

Herr Kammer -Director Klenze in Laubach - 1

GOTHENBURG. Die Buchhandlung von A. Bonn ier - 1

GRAETZ.

Durch J. F. Dmiböck Herr Joseph Brunn er, Hammergewerk in Pöllau - 1

LEIPZIG. Herr Otto Wigand, Buchhändler - 1

LEMBERG.

Die Buchhandlung von J. Millikowski - 1

Die Buchhandlung von E. Win iarz - 1

LONDON. Die Buchhandlung von Williams u. Norgate - 6

MARBURG. Die Bayrhoffer'sche Universitäts - Buchhandlung - 1

MOSKWA.

Durch J. Deubner Herr K. G. von Staal, General der Cavallcric und Commandant

von Moskwa, R. m. 0 - 1

Drittes Subscribenten-Verzeichniss. VII

MÜNCHEN.

Durch die Literarisch- artist. Anstalt Herr von Vi Olli er, kaiserl. russischer Staatsrath . . . . Ex. 1

OLDENBURG. Durch die Schulze'sche Buchhandlung Se. Königl. Hoheit Paul Friedrich August, Grossherzog

von Oldenburg - 1

PARIS.

Durch Fr. Klincksieck Mr. Ic baron de Walckenaer, Secretair perpetuel de l'Acad^

mie Nationale des Inscriptions et Belles-Lettres .... - 1 La Bibliotheque Nationale, Departement des Imprimes . - 1

PESTH.

Durch Kilian sen. u. Weber Herr Ignaz Ghyczy von Ghyczy, Assa u. AbJancz-KUrth, meh- rer lübl. Gespannschaften Gerichtstafel-Beisitzer in Tetis . - 1

ST. PETERSBURG.

Durch .1. Duncker, Hofbuchhändler in Bcrhn. Die kaiserl. russische geographische Gesellschaft ... - 1

Durch L. Voss in Leipzig

Die Bibliothek des kaiserl. botanischen Gartens - 1

Die Bibliothek des kaiserl. Berg- Ingenieurs -Corps. ... - 1

PFORZHEIM. Die J. M. Fla mm er 'sehe Sortiments -Buchhandlung . . , . - 1

POTSDAM.

Durch die Stuhr'sche Buchhandlung Se. Königl. Hoheit Prinz August von Würtemberg .... - 1

PRAG.

Durch die J. G. Cafoe' sehe Buchhandlung Der Fürst Hugo Carl, Altgraf zu Solm-Reifferscheid -Kraut- heim, k. k. Kämmerer - I

Der Fürst Franz Gundaccar CoUoredo-Mansfeld, k. k.

Kämmerer, General-Major u. Brigadier in Theresienstadt . - I

VIII Drittes Subscribenten-Verzeicliniss.

PRAG.

Durch W. Hess Herr Hieronymus Joseph Z ei dl er, Abt des k. Präraonstratenser Chorherrenstiftes Strahof, a. D. der Theol. u. Philos. im J. 1844 u. 48, gew. Rector Magnificus der k. k. Karl-Ferdi- nands-Universität, k. k. Director d. philos. Studien u. Prä- ses d. philos. Facultät etc. etc. in Prag Ex. i

RIGA.

Durch N. Kynimel Die Kaiserl. St. Wladimir-Universität zu KietF .... - 1

SCmVERIN.

Durch die Stiller'sche Hofbuchhandlung

Herr von Sehr auf Rentzow in Mecklenburg-Schwerin ... - 4

- STOCKHOLM.

Durch A. Bonnier Die Königl. Bibliothek - 1

Durch C. E. Fritze Se. Excellenz Herr Graf TroUe-Bonde auf Saefstaliolm . . - \

STRASSBURG.

Durch Treuttel u. Würtz Die Stadt-Bibliothek der Stadt Strassburg - \

UTRECHT.

Durch Kemink u. Sohn Herr Professor P. J. J. de Fremery für die historische Lese- gesellschaft - \

WIEN.

Durch J. G. Heuhner Se. Kaiserl. Hoheit Johann, Erzherzog von Oestreich, Reichs- verweser über Deutschland - 1

VERSUCH EINER ZUSA3IMENSTELLUNG

FAUNA UND FLORA

\0N

B RITI S C H-GlII AN A.

I.

FAUNA.

Wenn ich schon in Bezug auf dieFloraGuiana'san die Zusammenstellung der- selben mit dem Gefühl der eignen Unzulänglichkeit ging, wenn die Scheu, mit meinen schwachen Kräften vor die OefFentlichkeit zu treten, -schon auf diesem Felde der Naturwissenschaft, welches mir vermöge meines Lebensberufes vertraut war, nur durch die ermuthigende Zuspräche von Männern überwunden werden konnte, die sich meiner mit aufopfernder Liebe annahmen, so musste dieses innere Bewusstsein des Mangels an hinreichenden Kenntnissen , welche eine wissenschaftliche Bear- beitung der Fauna eines Landes voraussetzt, mir doppelt warnend entgegentreten. Dieser schwache Versuch der Zusammenstellung der Fauna von Britisch-Guiana würde unterblieben sein , wenn mir nicht auch hier Männer wie Johannes Müller, Ehreisberg, Erichson , Troschel und Cabanis durch die Mittheilung ihrer Unter- suchungen, durch ihre anregende Aufforderung die Möglichkeit gegeben hätten, z i dem, was sie für die Wissenschaft gethan, meine spärlichen zoologischen Beobach- tungen und Erfahrungen hinzu zu fügen um so einem spätem, kenntnissreichern Reisenden wenigstens das Gerippe für eine erschöpfende, systematische Bearbeitung der Fauna geben zu können.

Ich musste diese Bemerkungen meiner Arbeit vorausschicken, damit man den richtigen Massstab derBeurtheilung an sie legen, damit sie für das genommen wer- den möge, was sie sein soll und sein will: die einfache, systematische Zusammen- stellung des von Männern der Wissenschaft bearbeiteten Materials einer vier- jährigen Reise in einem von der Natur unendlich reich ausgestatteten Lande,

534 REISEN IN

verbunden mit den doch vielleicht hier und da neuen Bemerkungen des Sammlers über die geographische Verbreitung der einzelnen Thierformen , ihren Aufenthalt und ihre Lebensart.

Wie die Vegetation eines Landes in ihren verschiedenenFormenabhäugigist von der OberDächenbildung desselben, abhängig von seiner geognostischen Bildung, abhän- gig von seinen meteorologischen und klimatischen Verhältnissen, namentlich von dem geringeren oder gesteigerten Feuchtigkeitsgrad seiner Atmosphäre, dem 3Ielir oder Minder seines meteorischen Niederschlags, wie man aus der den ganzen Länder- strichen gleichmässig zukommenden Uebcreinstimmung dieser mit ziemlicher Sicherheit auch auf eine ihnen gleiche Vegetationsdecke , aus den schroffen Contrasten derselben aber auf eine sich gleich schroff charaklerisirende Flora schliessen kann, so tritt bei der Thierwelt zu jenen Kriterien der Vegetation, diese letztere selbst noch als ein solches hinzu. Die klimatologische und geographische üebereinstimmung von Britisch-, Holländisch- und Französisch-Guiana , hat auch im Grossen und Ganzen nicht nur eine Üebereinstimmung seiner tropischen Pllan- zenformen, sondern auch seiner tropischen Thierformen in"s Leben gerufen, in welchen letzteren dieser gesammte Länderstrich überhaupt nur wenig von den übri- gen Theilen des östlichen Siidamerika"s abweicht. Treten uns allerdings schon in dem benachbarten Columbien oder dem alten Spanisch-Guiana nicht nur in Bezug auf seine Flora, sondern auch in Rücksicht seiner Fauna eine Menge abweichender und ihm nur eigenthümliche Formen entgegen, so liegt eben der Grund davon in der abweichenden Configuration und den diese begleitenden, abweichenden klimalo- logischen und meteorologischen Verhältnissen ; diese wechselnden Bedingungen ab- gerechnet, Enden wir aber eine Menge Säugethiere, Vögel und Amphibien, namentlich eine bedeutende Zahl der ersten und zweiten über ganz Südamerika verbreitet; sie treten dem Reisenden in Paraguay^ Chili, Peru, Brasilien, Giiiann, in Mexico, selbst vereinzelt noch in IVordamerika entgegen. Dass Cayonne einige Arten Vögel besitzt, die mir inßritisch-Guiana nicht vorgekommen, dürfte, bei der übrigens so innigen üebereinstimmung ihrer gegenseitigen Fauna, nur darin seinen Grund haben, dass mir diese zufällig nicht begegnet sind, was um so leichter ge- schehen konnte, als ich mich selten eine längere Zeit in einem und demselben Di- strict aufhallen konnte.

Die geographische und ethnographische Beschreibung des Feldes meiner vier- jährigen Thätigkeit, die Schilderung seines Klima's, wie überhaupt seiner meteoro- logischen Phänomene, habe ich bereits in dem historischen Theile meiner Arbeit gegeben, ich darf sie daher, als die Bedingungen seiner Flora und Fauna, hier als bekannt voraussetzen.

BRITISCH-GLUANA. 535

Exisliren aucli scliot» einzelne Monographien über die Flora Guiana's , ich brauche nur auf die Arbeiten Aublet's, 3Iever's, Rudge's hinzuweisen, so war doch die Fauna von Gesammt-Guiana, besonders aber von Britisch-Guiana wie das Land selbst, fast noch ganz unbekannt. Einzelne Säugethiere und Vögel, die aus den Küstenstrichen nach Europa gekommen, und die mit denen aus Brasilien über- einstimmten, wie die ihrem Charakter nach übereinstimmenden Grundbeding- ungen für die geographische Verbreitung der einzelnen Thierformen, Hessen den einen Theil der Zoologen um so leichter auf die innige Verwandtschaft der Fauna Brasiliens mit der von Guiana schliessen, während jene Unbekanntschaft mit dem Innern Guiana's für andere Zoologen wieder der Grund wurde, das zweifelhafte Vaterland eines südamerikanischen Thieres nach diesem zu verlegen.

Der achtjährige Aufenthalt meines Bruders und meine vierjährige Thättgkeit in diesem Lande, das wir nach allen Richtungen hin durchkreuzt, dürfte jedenfalls ein Beweis dafür sein , dass wir, wenn auch nicht erschöpfend , so doch gewiss annäherungsweise mit seiner Fauna bekannt geworden sind.

Wohl würde diese Zusammenstellung eine viel bedeutendere Ausdehnung erhalten, würde wenigstens Anspruch auf Vollständigkeit haben machen können, wäre mir nicht, Iheils in Folge des schlechten Spiritus, namentlich aber der schwachen 3Iittel, die mir zu Gebote standen, ein Theil meiner gesammelten zoolo- gischen Schätze verloren gegangen.

So viele bekannte Gestalten mir auch in den einzelnen naturwissenschaftlichen Sammlungen nach meiner Rückkehr entgegen traten, so habe ich, ausser den Säugethieren und einigen Amphibien doch nur das in diesen Versuch aufgenom- men ,' was aus meinen Sammlungen wirklich in Berlin bestimmbar ankam , und dem Berliner zoologischen und anatomischen Museum einverleibt werden konnte. Ist dadurch allerdings in manchen Zweigen der Zoologie die Arbeit ziemlich lücken- haft geworden , so hat sie doch auf der andern Seite den grossen Werth der auf wirkliche Beobachtung und Erfahrung begründeten Treue. Die Vögel-Fauna Guiana's ist wohl am vollständigsten, unter den Säugethieren habe ich namentlich zahlreiche Verluste aus der Ordnung der Chiroptera erlitten , weshalb diese der Zoolog auch am lückenhaftesten finden wird. Den grössten Verlust habe ich aber unterden Insecten zu beklagen, deshalb wird derEntomolog auch eine Menge Arten vermissen, obschon diese bereits als einheimisch in Guiana bekannt sind. Wenn ich bei den Fischen von diesem Grundsatz abgegangen bin, und in einem Nachtrag einige Arten aufgezählt habe, die sich mit unter den Verlusten befanden, so sind dies doch nur solche, die mein Bruder auf seinen frühern Reisen gesammelt und in den Fishes of Guiana- beschrieben, von deren Identität mit den meinigen ich

536 REISEN IN

mich schon bei dem Sammeln überzeugen konnte. Alle übrigen fraglichen Species sind aber ausgelassen, eben so die, von welchen Schinz , Vater u. s. w. Cayenne, Surinam und Guiana als Vaterland angegeben. Dadurch zählt allerdings diese Zusammenstellung des Thierreichs von Britisch-Guiana nur 71 Species Säuge- thiere , 418 Species Vögel, 76 Species Amphibien, 149 Species Fische, 2 Species Krustenlhiere , 4 Species Myriapoda , 711 Species Insecten, 22 Species Mollusken und 107 Species Infusorien.

BUfTisrn-r.uiANA. 537

Die

MIKROSKOPISCHEN LEBENSFORMEN

bearbeitet von

Prof. Dr. EHRENBERG.

Der Einfluss des unsichtbar kleinen Lebens, dessen Formen dem blossen Auge gar nicht zugänglich sind, welche nur durch starke Vergrösserung mit Hülfe des Mikrosko- pes erkannt werden, ist neuerlich ein wichtiger Gegenstand für die Naturforschung ge- worden. Die Flussgebiete und Flussdeltas an den Ausmündungen der Flüsse in's Meer sind mannichfach als bestimmt und abhängig erkannt von diesem Leben. Eben so ist der atmosphärische Staub, welcher im atlantischen Ocean regelmässig herabfällt, und welcher durch südwestliche Winde und Stürme, die man Scirocco nennt, periodisch über Europa getragen wird , in einer auffallenden Verbindung mit südamerikanschen Oberflächenver- hältnissen des kleinsten Lebens erkannt worden. Ferner ist zur Kenntniss und richtigen Beurtheilung der fossilen, mikroskopischen Verhältnisse, nach welchen grosse Gebirgs- massen aus frühen Bildungszeiten der Erde aus dergleichen kleinen Organismen beste- hen , unerlässlich , die jetzigen Oberflächenverhältnisse aller Erdgegenden in dieser Beziehung und alle jetzt lebende Formen möglichst zu kennen.

Die Herren Robert und Richard Schomburgk, haben sehr reiches Material aus Guiana gesendet und mitgebracht, wonach sich die dortigen Verhältnisse mannichfach beurtheilen und zur Vergleichung nun als sichere Basis benutzen lassen.

Dieses Material bezieht sich auf 49 Lokalitäten; davon gehören 10 dem Gewässer der Küstengegend, 17 dem der innern Continente und Flussgebiete, 22 aber, absichtlich dazu mitgebracht, betreffen Acker- und Culturerden des nahen Küstenlandes.

SchonimJabre 184 3 wurden in der Abhandlung: "Ueber das kleinste Leben in Süd- und Nordamerika- in den Schriften der Berliner Akademie der Wissen- schaften 19 Arten kleinster Organismen aus Guiana verzeichnet, welche aus einem klei- nen, einer von dort durch Herrn Richard Schomburgk hergesandten Pflanze zufallig anhängenden Erdklümpchen entnommen worden und 1845 wurden (Monatsberichte der Berl. Akad. d. Wissenschaften 1845 p. 68) 82 Arten verzeichnet, die sich aus absicht- lich von demselben gesammelten und eingesandten Flussabsätzen ergeben halten. Die Reisenden haben dann noch ferner ihre Aufmerksamkeit diesen Verhältnissen zugewen- det und zahlreiche Proben bei ihrer Rückkehr mitgebracht.

Diese sämmtlichen Materialien aus Guiana enthalten folgende Formen: II. Theil. 68

538

REISEN IN

I Eüstengegend, Flussabsätze.

1. Schlamm aus der Mündung des Demeraraßusses .

Im hellgrauen, thonigen, im trocknen Zustande festen Schlamm der Mündung des Deiner ara-Y\\x%%^% fanden sich Polygaslrica 2, darunter eine Meeresform (Diploneis) und Pliytolitharia 6, üherdies ein kalkschaliges Polythalamium {Strophoconus) ; zu- sammen 9 Formen, worunter 2 dem Meere angehörig.

2. Absatz- aus dem Demeraraßusse.

Ein im trocknen Zustande geihgrauer, erdiger Schlamm. Es sind daraus 11 Po- lygastrica ermittelt , worunter 6 entschiedene Meereslhierchen und 3 Phytolitharia ; zusammen 9 Formen.

3. Buden von einer Insel des Demerara. In der thonigen, festen, graubraunen Masse ftinden sich bisher 2 Polygaslrica des Meeres und 5 Phytolitharia -^ zusammen 7 Formen.

4. Absatz des Haiamaflusses {mündet in den Demerara).

In dem gelblich hellgrauen , thonigen Schlamm von mürber Cohärenz fanden sich 9 Polygastrica, worunter 6Meeresfornien, überdies ^Phytolitharia, worunter ebenfalls mehre von Seeschwämmen, zusammen 17 Arten. Aus den Organismen lässt sich erken- nen, dass die Fluth nicht blos in den Demerara bis zur Einmündung des Haiama gebt, sondern sich in den Haiama selbst fortsetzt.

5. Boden eines sich in den Demerara mündenden IValdßüsschens

Weissgrauer, grober Quarzsand. Beim Auswaschen des Sandes fanden sich darin 5 sehr ausgezeichnete Arten von Süsswasser-Polygastricas, davon eine eine neue Gat- tung bildet (Desmogonium) und überdies ein Phytolitharium von Süsswasserpflanzen ; zusammen 6 Arten.

6. Probe der tceissen, 60 70 Fuss hohen Sandhills am Demerara.

In dieser Quarzsandablagerung hat sich keine Spur organischer Verhältnisse erken- nen lassen. Gehört in die zweite Abtheilung.

7. 8. 9. Proben des Schlammes aus den Abzugsgräben der Zuckersiederei

Anna Regi/ia auf Arabien-coast unmittelbar an der Küste.

Nr. 7 und 9 sind aschgraue , thonarlige , aber mürbe Massen mit wenigen unzer-

störlen vegetabilischen Resten ; Nr. 8 hat viel dergleichen und ist lockerer. Aus Nr. 7

haben sich 7 Arten von kieselschaligen Polygastricis und 10 Arten von Pliytolilharien

sammt einer Pollen-Form erkennen lassen.

Nr. 8 enthält 6 Arten kieselschaliger Polygaslrica, 5 Arten Phytolitharia und dieselbe Polleu-Form.

Nr. 9 zeigte 3 Arten von Polygaslrica und 11 Phytolitharien.

Allen 3 Proben ist nur 1 Phytolilarium gemein. Nr. 7 und 8 haben 1 Poly- gastricum, 3 Phytolitharia und das Pollen gemein ; 7 und 9 haben ein anderes Poly- gastricum und 6 Phytolitharia gemein.

Sämmtliche 3 Proben enthalten 14 kieselschalige Polygaslrica, 17 Phytolitharia und 1 Pollen , zusammen 32 Formen , von denen 3 Polygaslrica und vielleicht auch 2 Phytolitharia Meeresgebilde sind.

, 10. Schlammabsats aus dem Tapaciimasee.

Eine torfartige , wenig zersetzte und lockere Pflanzenniasse mit Schlamm von schwarzer Farbe. Es fanden sioh 10 kieselschalige Polygastrica des süs.sen Wassers und 3 Phytolitharia.

BRITISCH-GUIANA. 539

Eine Probe des sandigen Bodens von weissgrauein, grobem Qa;irzs,ind aus demsel- ben See enthält einige derselben Formen.

Nr. 6 gehört zur zweiten Abtbeilung, steht aber der Sammlung «cgen hier.

Es sind aus der Kiistengcgend des britischen Guiana in den neuesten Lelicns\er- hällnissen der Oberlläche nun 43 kieselschalige Po/i/gastrica und 23 P/ii/lo/i/Z/iirni,

1 Polten und 1 Polythalamitim, zusammen 68 Formen hierdurch festgestellt «orden. Von diesen sind 12 Polygaxtrica entschiedene Meercsthiercbcn, welche die Fluth in die Flussgebiete drängt, und 3 4 der Phytolilharicii scheinen von Secscbnämmcn abzu- stammen. Mithin sind 15 IG Meeresformen gegen 52 53 Süssnassergebilde beobachtet.

Unter diesen Formen sind die meisten schon früher bekannte Genera und Spe- cies, welche iheils in andern Gegenden Amerika's, Iheils aber meist auch in Europa beobachtet worden waren. Neue und mithin charakteristische Formen sind nun folgende : *) Desmogoniiim guianense. Naviciila Demerarae.

Euiiotia Crocodiliis. Piniiiilaria Schoinburgkii.

E. Formica. .(mphidiscus Rolclla.

Fragiluria glabrn. LithostijUiliHm Pes.

Gloeoneina sigmoides. L. semkirculare.

II. Ackerland und Bodenverhältnisse in der Nähe der Käste.

1 4. Budem^erhüllnissp in drr JSUIik der IVarrai/niederlasstiiig Ciimaha am linke/i Ufer des Anika, 80' über dem Meere.

1. Ackerland, eine rüthlicbbraune, lehmige Erde, worin keine Po/ygas/ri'ca, aber

2 P/ti/to//f/iaria vorkommen.

2. Im Walde eben da, eine lebhaft rotbbraune, lehmige Erde, ohne Polygaslrica mit 3 P/iytu//l//aric//- Arien.

3. In einem morastigen Grunde ebenda, graubraune, humusreiche Eide, worin 1 Polygaslrictim und 7 Phylolilharia i)eubachtet wurden.

Be»»nogoni*MMl nov. Gen, Animal e B acillariis Eck inelleis. Lon'ra Simplex aequaliter bivalvis siticea bacillans {nee cuneata, nee lanceolald) faseiculalim in series ramosas diehotumas evolula, arbusriilam referens.

D. guianense: testulis laevissiniis uirinqiie triinratis, a latere in iilvoque ßne rotiiii- datis 6 i^ies longioribus quam latis, singulnnim pediceltis brevissimis. Longit. bac/l/i ^/,s"' .

E unut ia Crocodilus: E. striata testiila elongala leviti;r ciirva , dorso convp.ru media iini>re.i.iu, venire coneavo media gibbu, üpicibiis siibaculis reßexi.i. Diani. '/jä'".

E. Formica: E. striata linearis, media parte vtrinque et utroque apice turgidis. E. nodosa apicibiis non reßexis sed inßatii rerfisqiie differl.

Fragilaria? gtabra: F. linearis laevis ajiicibus atteniiafis obtusis, /in F. bici- p iti s varietas?

Gloeonenia sigmoides: Gl. corpiiscnlis oblongi.i, linearibus ßexiiosis sigmoidibiis ulrinque aculis striolatis in tubulis gelatinosis teniiibus in serie simplici. Longit. IVaviculae '/no'"

IVavicula Demerarae : N. minor oblonga laevis, rhombea venire tinnido, apicibiis valde attenuatis aculis subrostratis. Longit ^/ts"'-

Pinnularia Schomb urgk ii: P. lanceolata ampla, aeqiialis, ter longiur quam lala, apicibiis subacutis, pinnulis in '/ve'" 35. Longit. y^="'. Jd. P. aeqiialcm accedit, obtusiurem et minorem.

Amphidiscus Hotella: A. Rotula minor, discis terminalibiis inlegris radialis, sequesire media brevi laevique, disci diametrum vix aequante. Longit '/i=o"'. E. üpon- giila Erinaceo similis formas erui et Amph. brevis nomine signavi.

L it ho s ty li dium Pes: L. oblongiim laeve, uno fine triincato altera ditatato in pedis formam ranali media nullo. Longit. '/40'" L. Rajulae affine.

L. sem ieircu lare L. corpusculis bacillaribus irregularibus ße.ruosis et saepe semi- circularibus, obtusis-canali nullo. Longit »/jo '/21"'.

68*

540

REISEN IN

4. In uumiltelLarer Nähe von Cumaka, Ackerprobe, eine schwarze , sehr humus- eiche Moorerde aus verrotteten Pflanzen , mit Land- oder Süsswasserconchylien und vielem Bohnenerz mit glänzender Oberfläche , unregelmässigen , stumpfeckigen, oft y^ Zoll grossen Körnern. Darin fanden sich keine Polygastrica, aber 3 Arten von Phylo- lüharien. Vergleiche die Probe III Nr. IV vom Barima-Flüsse, auch III, II vom fua- rutu-Gehivge.

5. f'^on den Ufern des Barima, nahe der Mündung des Sehurini oder Mucu-mucu.

Gelbbraune, lehmige Erde, enthält keine Polygastrica^ aber Pkytolitharien, wo- von 5 Arten verzeichnet wurden.

6. Ackererde in der umnitlelbaren Nähe der Warrauniederlassung Warima ;

80' über dem Meere.

Gelbbraune, lehmige Erde ohne Polygastrica mit 5 Arten von Pkytolitharien.

7. Von den Ufern des Asecota.

Schwärzliche, humusreiche Erde mit vielen unzersetzten Pflanzentheilen. Die Untersuchung zeigt 1 Polygastincum und 6 Phytolitharia. ^

8. 9. 10. Bodenverhältnisse der Akawainicderlassung Manari am rechten Ufer des Manarißusses.

< 8. Ackererde der Niederlassung ist eine lebhaft gelbrothe, lehmige Erde, in wel- cher keine kieselschaligen Polygastrica^ aber ein Phytolitliarium erkannt wurde. 9. Gelbrothe, lehmige Erde aus dem ,Walde, welche 2 Phytolitharien zeigt.

10. Aschgraue, sandige Erde aus einem 3000 Schritte entfernten morastigen Grunde, welche 4 Phytolitharia ergeben hat.

11. f^on den Ufern des Cut/u ni. Braune humusreiche Erde ohne Polygastrica mit 2 Arten von Phytolitharien.

12. Lehm von den Ufern des Bararna.

Gelber, plastischer Lehm, aus welchem die Indianer ihr Kochgeschirr bereiten. Organische Bestandtheile sind bei einigen Untersuchungen nicht erkannt, daher wenig- stens selten. ^

14. 19. Proben der Erdschichten in einer Grube bei Bnrlilin-Grove

am Essequibo.

In einer gegen 7 Fuss liefen Grube, 20 Fuss ab vom steilen Ufer des Essequibo, fanden sich folgende Schichten.

Nr. 14. Blassgelber, erdiger Lehm 6" mächtig enthält: 2 Phytolitharia.

Nr. 1.5. Lebhaftgelber, erdiger Lehm 1' 6" mächtig enthält : C Phytolitharia.

Nr. 16. Graugelber, erdiger Lehm 9" mächtig enthält: ^Phytolitharia.

Nr. 17. Weissgrauer, erdiger Lehm 4" mächtig enthält: 1 Polyg. und 8 Phytol.

Nr. 18. Weissgrauer, erdiger Lehm 1' 3" mächtig enthält: 2 Phytolitharia.

Nr. 19. Gelblichgrauer Sand 2' mächtig enthält; 4 Phytolitharia.

Die erkennbaren organischen Theile betrugen in allen Schichten zusammen 8 ver- schiedene Species von Pliytolitharien und nur 1 Polygastricum.

20. Erdproben von einer Insel im obern Bararna. Aschgraue, lockere Erde ohne Polygastrica mit 4 Phytolitharien.

BRITISCH-GUIANA. 541

21. Erdproben rom UJer des obern Bart'ma.

Gelbbraune, lehmige Erde ohne Polygastrica mit 4 Phijtolilhurien. 22. Erdproben vom Cuyuni.

Gelbbraune, lehmige Erde ohne Poli/gastrica mit 4 Phijtolitliarien.

In den Ackererden und Bodenverhältnissen der Küste sind zusammen .3 Species von Polygastricis und 17 P/ij/to/it/iarten beoliachtet worden, welche zum Theil Tertiär- Ver- hältnissen angehören mögen.

III. Inneres Savannenland.

Diese Proben bestehen aus erdigen nnd thonigen Gebirgsmasseu und aus Flussab- sätzen des Binnenlandes.

I*. Erde von einer Sumpfpßniize (Ni/mpkaea) von der Quelle des Pirara.

Diese 1843 analysirte Probe en\i\\\e\l \2 Polygastrica , 7 Phytolitharia: zusam- men 19 Arien.

II*. Sumpf er de von der Quelle des Piraraßusses.

Diese 1845 analysirte Probe enthielt 1 3 /'o/y^ö«fr/efl, 7 Phytolitharia \ zusammen 20 Arten.

I. Weisse Thonerde com Berge Zuaptipu.

Es sind zerstreut gefundene Bruchstücke eines weissen, thonigeu, mürben Gesteins. Organische Spuren haben sich darin nicht auffinden lassen.

II. Probe vom Gebirge TuaruUi,

Dunkelbraunes Bohnenerz in mehr als erbsengrossen Körnern , von glatter, glänzender Oberfläche. Spuren organischer Heimischung nicht erkannt (Vergleiche Probell. Nr. 4 und III. IV).

III. Cuinoßuss.

Ein violettglänzender , schiefriger Thon mit gelben Zwischenlagen. Enthält keine leicht erkennbaren, organischen Formen.

\S . Barimaßuss.

Eigentbümiich geglättete, sehr glänzende, bis '^ zu '/^ Zoll grosse, unregelmässige, meist plattenartige Eisenthon- (Bohnenerz-) Körner, mit vielen Fragmenten derselben. Sie sind von Farbe dunkelbraun, zuweilen gelblich und Hessen keine organische Be- standtheile erkennen. (Vergleiche die Probe II Nr. 4 von Cumaka).

V. An der Mündung des Piraraßusses.

Zollgrosses Stück eines körnigen , lotkern , grangelben Gesteins , welches con- glomeralartig ist. Vielleicht nur in den Zwischenräumen der Körner angeheflel , fan- den sich 9 Arten von Polygastricis , 7 Arten von Phytolitharien und 1 Flügelschüpp- chen eines Motlenschmetterlings (Tinea).

VI. Conglomerat vom Rupununi und Takutu.

Fester Thoneisenstein, aussen dunkelbraun, glatt, innen erdig und dunkelroth, ohne Spuren von organischem Leben.

VII. Probe der Rupununi-Savanne.

Dunkelrolher, erdiger Eisenihon. In der Substanz fanden sich keine Polygastrica, aber 4 Phytolitharia.

542 REISEK IN

A III. IX. Proben vom Cotinga-Ufer.

Diese beiden Proben gehören dem bunten Thon an, und sind aufTiilleud ieirhi. Nr. VIII ist ein dunkelviolelter Tlion, IX ist gelbrolh und violett gesireifl. Beide zeigten keine organische Beimischung.

X. Probe vom Takultißuss.

Fesler, brauner Eisenthon mit gelblichen Sprenkeln, ohne organischen, erkennba- ren Gehalt.

XI. XII. f^om Zuruma-Ufer. 500 Fuss über dem Meere.

Es sind bunte Thone. Nr. XI weiss, XII violett. Im ersten fanden sich 2 Arten von Phytolitharien.

XIII. Roraimagebirge.

Geringe Menge lichtbrauner, gelber Erde, welche keine organischen Körper erkennen liess.

I**. Thon vom Zui'uma.

Enthält keine Polygastrica, aber 4 Phytolitharia. ^

II**. Savan/te/istaub von Eriocauloneen (Paepalanthus) enlnommen.

Starkrostrothe, erdige Masse mit vielen Pflanzentheilen. Darin fanden sich 4 Süss- wasser-Po/ygastrica, 6 Phytolitharia ; zusammen 10 Arten.

Diese 17 Proben umfassen sehr verschiedene Verhältnisse. Nr. 1*11* und V^ be- ziehen sich auf neuste Scblammabiagerung der Flüsse: die übrigen auf ältere geognostische Erd- und Tbonlager. Der Savannenstaub II** ist vielleicht durch die Regenzeit belebt. Diese \'erhälinisse unterscheiden die Substanzen wesentlich an organischem Gebalte. Nur in den 4 besonders bezeichneten Proben fanden sich Polygastrica , in den übrigen aber doch auch häufig Phytolitharia.

Die Gesammtzahl der Arten von Polygastricis im Binnenland von Britisch- Guiana ist hiermit auf 35 Arten, die der/'/^i/Zo/iV^a/vV« auf 24 festgestellt ; zusammen 59 Species.

Eigenthümliche charakteristische Landesformen sind darunter nur folgende :

Poly gastrtca.

Fragilaria glabra. * Himantidium pai'allelum.

Eunotia Formica. Navicula Schombiirgkorum.

Phy tolilharia. Lithoslylidium Proboscis. Lithostylidiiim Scepiriim.

Im Allgemeinen sind noch folgende Bemerkungen zu machen ;

Die hier mitgetheilten Resultate der Untersuchung sind keineswegs für die Keich- haliigkeit oder Armuth der berührten Verhältnisse an sich massgebend , vielmehr muss angezeigt und berücksichtigt werden, dass überall zwar sehr genaue, aber verhällniss- mässig nur sehr wenig Untersuchungen der Substanzen stattgefunden haben , weil die Masse des Materials zu gross war, uud, wie sich aus der Tabelle ergiebt, die analysirten und bestimmten Formen, nahe an 270 Bestimmungen nöthig machten. Besonders die

*) Himant i dium para ! le tum : H. tcstiila lineari subtilissiiiie striiila, ciirva, dorsu aeqiialiter concavo. lineamentls parallelis, apicibiis simpliciler rotundatis. Sena conjuncta vidi. Longit. testac ^/ia'". Minora specimina Eunotiae Fabae similia.

Navicula Schombiirgkorum.: N. major, elongata, lanceolata, apicibiis oblusis, habitu diaphauae, sed sulcis utriiiqiie ad umbilicum tribus hngiludi/ialibus. Longit. '/is'".

BRITISCH-GUIANA. 543

I

Erdarten, welche niclil vom Quell- oder Flusswasser unmittelbar bespült werden, sind nur In Stecknadelkopf grossen Tlieilchen genau untersucht worden , und wenn mithin in der Untersuchung ein einzelnes Infusorium oder ein Phytolitharium beobachtet wurde, so ist dies nicht ein geringes, sondern schon reiches A erhältniss für die Lokalität. Späterhin wird dasselbe Älalerial einer noch weiteren Entwicklung vielleicht reichen Stoff bieten. Hier wird es schon von Interesse sein , zu erfahren, dass all jene genannten Lokalitäten in den mitgebrachten Proben keine eigentlichen Biolithen, d. h. keine ganz aus wohler- kennbaren organischen Kiesel- oder Kalkscbalen bestehenden Erden oder Steine enthalten, obschon die meisten derselben organische Spuren und nicht unbedeutende Beimischungen zeigen, ferner in wie weit diese Mischungen für das Land charakteristisch sind.

Die Zahl der durch die Materialien dieser Reisenden aus Guiana bekanntgewordenen, wissenschaftlich interessanten mikroskopischen Lebensformen beträgt hiermit:

Kieselschalige Polygastrica 62

Weichschallge Polygastrica 3

Kieselerdige Phytolithai-ia 39

Pollen 1

Kalkschalige Polythalamia ' 1

Schmetterlings Schüppchen 1

Weiche Pflanzentheile unberücksichtigt

107 \ on diesen 107 Formen sind 12 Polygastrica und 5 Phytolitharia sammt 1 Poly- thalamium, mithin 18 Arten Meeresformen der Küste oder des Fluthgebietes, die übri- gen 89 Arten gehören den continentalen Verhältnissen des meteorischen Wassers an. Die Meeresformen sind folgende :

A. Polygastrica. .4ctinocycliis biseptenariiis. Coscinodiscus eccentricus. .4clinoptyehus biternarius. C. radiatus.

A. senarius. C. subtilis.

Biddulphia pulchella. Dictyocha "!

B. Phytolitharia. Lithosphaera .' Spongolithis cenocepkala. Spongolitkis amphicephala. S. Fustis.

S. Caput Serpeiitis.

C. Polythalamia.

Strophoconus .'' Diploneis didyma.

Dictyopyxis cruciata. Gallionella sulcata.

Neue und für das Land charakteristische Formen sind unter den 107 Arten nur etwa folgende 14 :

A. Polygastrica.

Desmogoiiium guianense. Naviciila Demerarae.

EuHOtia Formica. N. diaphana.*)

E. Crocodilus. N. Schomburgkorum.

Fragilaria ? glabra. Pinnularia Schomburgkii. Himantidium parallelum

')Navicula diaphana: N. major, elongata, lanceolata, apicibus obtusis, super- ficie laevissima , diaphana, umbilico non perforato rimam longitudinalem mediam tntercipiente duabus lineis concomitatum. Longit. yis"' Habitus Stauron. Phoeiiicenteri.

544

REISEN IN

B. Phytolitharia.

Amphidiscus Rotella. Litkostylidium Sceptrum.

Lithostylidlum Pes. L. semicirculare.

L. Proboscis.

Aus den beigehenden Tabellen werden sich mancherlei Combinatiooen je nach dem Bedürfnisse der Forschenden und Nachdenkenden machen lassen.

Wie in der Elbe, Ems und Scheide, dem Nil, dem Ganges und der Themse, steigen auch in den südamerikanischen Flüssen die mikroskopischen Meeresformen bis tief in das Festland und bezeichnen in den Ablagerungen der Flüsse das Fluthgebiet des Meeres.

SciioMBORGK, Britisch-Gniaaa. Tafel A.

[I. ACKEK - UND WALD - ERDPROBEN

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MIKROSKOPISCHES LEBEN IN BRITISCHGUIANA.

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senai'ius Arcella ecornis

areolata Bacillaria vulg^aris Biddiilpbia pulcliella Cosciiiodiscus eccentncus

disciger

radiatus

sublilis Cocconeis Scutelhim Diclyocha Epiodoii. Diciyopyxis cruciata Diniugia areolala Desmogonium guianense Diploni'is didynia Discoplea? EuDotia ampliioxys

biceps

Formica

Crocodilus

Monodon

Pileus

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Fragilaria? glabra

rliabdosonia Galliönella erenulala

granulata

distans

sulcata Gloeonema signioides Gomplionema margaritaceuin Himantidium Arcus

Papilio

parallelum

Zygodon Navicula afllnis

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diaphana

dilalata

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Sigma Pinnularia dicepbala

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Schomburgkii striatula viridis Stauroptera cardinalis? Surirella Cralfcula bifrons ? conslricta ? Synedra ülna Trachelomonas volvocina.

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MIKROSSOFISCBES LEBEN IN BRITISCH-GÜIANA.

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MIKROSKOPISCHES LEBEN IN BRITISCH-GÜIANA,

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polyedruni Proboscis quadraluin rüde

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Caput serpentis cenocephala Clavus flslulosa foraniinüsa Fustis inllexa obtusa.

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